Holzarten im Überblick
Brinell-Härte, Rohdichte, Außeneignung und passende Befestigung — von der weichen Fichte bis zur extrem dauerhaften Robinie. Tippe eine Holzart an für den vollständigen Steckbrief.
24 Holzarten
Holzhärte-Tabelle →Holzfeuchte-Tabelle →Hartholz oder Weichholz — was ist der Unterschied?
Die gängige Einteilung folgt der Baumart: Laubhölzer wie Eiche, Buche, Esche oder Ahorn zählen als Hartholz, Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Lärche und Douglasie als Weichholz. Das ist eine praktische Faustregel, aber keine exakte Härtegrenze — Balsa ist botanisch ein Laubholz und trotzdem das weichste Nutzholz überhaupt. Aussagekräftiger als die Gruppe ist die gemessene Brinell-Härte: Sie reicht in unserer Übersicht von 2 N/mm² (Balsa) bis 46 N/mm² (Robinie).
Harthölzer sind in der Regel dichter, schwerer, abriebfester und schwerer zu bearbeiten; Weichhölzer sind leichter, günstiger und einfacher zu sägen und zu schrauben. Für stark beanspruchte Flächen wie Parkett, Treppen oder Arbeitsplatten greift man zu hartem Laubholz, für Konstruktion, Verschalung und einfache Möbel genügt Nadelholz.
Härte, Dichte und Dauerhaftigkeit verstehen
Drei Kennwerte entscheiden über die Eignung eines Holzes — und sie hängen nicht zwangsläufig zusammen. Die Brinell-Härte (N/mm²) beschreibt die Kratz- und Druckfestigkeit der Oberfläche. Die Rohdichte (kg/m³) sagt etwas über Gewicht und Festigkeit aus. Die Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350 (1 = sehr dauerhaft bis 5 = nicht dauerhaft) bestimmt, ob ein Holz unbehandelt ins Freie darf.
Wichtig: Hart heißt nicht automatisch wetterfest. Buche ist mit 34 N/mm² sehr hart, aber draußen schnell verrottet (Klasse 5); Lärche ist weicher, hält im Freien aber jahrzehntelang. Wer fürs Wetter baut, schaut zuerst auf die Dauerhaftigkeit, dann auf die Härte. Die vollständigen Werte stehen in der Holzhärte-Tabelle.
Welches Holz für welchen Zweck?
Für draußen (Terrasse, Fassade, Garten): Robinie, Eiche, Lärche, Douglasie ohne Chemie; Fichte und Kiefer nur imprägniert oder gestrichen. Für Möbel und Innenausbau: Eiche und Buche für Robustes, Esche und Ahorn für helle Optik, Nussbaum und Wenge für edle Sichtflächen, Kiefer und Fichte für günstige, rustikale Lösungen. Für Werkzeug und Sport: die zähe Esche. Für Modell- und Leichtbau: Balsa. Zu jeder Holzart nennt die Detailseite die passende Schraube und – über den Dübel-Berater – die passende Wandbefestigung.
Massivholz, Leimholz oder Furnier?
Nicht jedes „Eichenmöbel" besteht durchgängig aus Eiche. Massivholz ist durchgehend aus einer Holzart gesägt — am stabilsten und reparabel, aber teurer und arbeitet stärker bei Feuchtewechsel. Leimholz (Brettschicht- oder Leimholzplatten) wird aus schmalen, verleimten Lamellen zusammengesetzt; es verzieht sich kaum, ist maßhaltig und für Arbeitsplatten und Regale die preiswerte, formstabile Wahl. Furnier ist eine dünne Echtholzschicht auf einer Trägerplatte aus Span oder MDF — günstig, ressourcenschonend und in jeder Optik verfügbar, aber empfindlich und nicht abschleifbar. Für tragende oder stark beanspruchte Bauteile lohnt Massiv- oder Leimholz, für Flächen und Fronten genügt oft furniertes Plattenmaterial.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Hartholz und Weichholz?
Die Einteilung folgt botanisch der Baumart: Laubhölzer (Eiche, Buche, Esche …) gelten als Hartholz, Nadelhölzer (Fichte, Kiefer, Lärche …) als Weichholz. Das ist eine Faustregel, keine feste Härtegrenze — Balsa ist botanisch ein Laubholz, aber weicher als jedes Nadelholz. Aussagekräftiger als die Gruppe ist die gemessene Brinell-Härte.
Welches Holz ist für draußen geeignet?
Entscheidend ist die natürliche Dauerhaftigkeit nach DIN EN 350. Ohne chemischen Schutz außentauglich sind vor allem Robinie, Eiche, Lärche, Douglasie sowie die Tropenhölzer Teak und Bangkirai. Fichte, Buche und Ahorn brauchen Holzschutz oder konstruktiven Schutz.
Was sagt die Brinell-Härte aus?
Sie misst, mit welchem Widerstand sich eine Stahlkugel ins Holz drückt (in N/mm²). Höhere Werte bedeuten mehr Kratz- und Druckfestigkeit — wichtig für Parkett, Treppen und Arbeitsplatten. Sie sagt nichts über Witterungsbeständigkeit aus.
Hartholz oder Weichholz für Möbel?
Für stark beanspruchte Möbel und Flächen (Tische, Arbeitsplatten, Treppen) sind harte Laubhölzer wie Eiche oder Buche ideal. Für leichte, günstige oder rustikale Möbel genügt Nadelholz wie Kiefer oder Fichte.
Muss ich Holz vor dem Schrauben vorbohren?
Bei harten Laubhölzern (Eiche, Buche, Esche, Robinie) und nahe an Kanten immer — sonst reißt das Holz. Bei weichen Nadelhölzern ist Vorbohren in der Fläche meist verzichtbar. Der Vorbohrer liegt bei rund 70 % des Schrauben-Kerndurchmessers.