Tanne
Nadelholz · heimisch Außen bedingtAbies alba (Weißtanne)
Die Weißtanne ist ein helles, weiches Nadelholz, das der Fichte sehr ähnlich ist — im Handel werden beide oft als „Fi/Ta" gemeinsam geführt. Anders als Fichte hat Tanne <strong>keine Harzgallen</strong> und keinen farbigen Kern, dafür nimmt sie Wasser etwas stärker auf. Sie ist ein günstiges, tragfähiges Bau- und Innenausbauholz und wird wegen ihrer geraden, harzfreien Struktur auch für Sichtflächen und sogar als Klangholz geschätzt.
Eigenschaften & technische Daten
Tanne ist mit einer Brinell-Härte um 12 N/mm² und einer Rohdichte um 450 kg/m³ ein weiches, leichtes Nadelholz auf Fichten-Niveau. Sie ist tragfähig bei geringem Gewicht und gut verfügbar. Die natürliche Dauerhaftigkeit ist gering (Klasse 4), das Schwindverhalten gering. Ihr Vorteil gegenüber Fichte ist die Harzfreiheit (keine Harzgallen, kein Durchschlagen) — ein Plus für lackierte Sichtflächen.
| Botanischer Name | Abies alba (Weißtanne) |
|---|---|
| Holzart | Nadelholz (heimisch) |
| Brinell-Härte | 12 N/mm² |
| Rohdichte (darrtrocken) | ≈ 450 kg/m³ |
| Druckfestigkeit ∥ Faser | ≈ 40 N/mm² |
| Biegefestigkeit | ≈ 65 N/mm² |
| Dauerhaftigkeit (DIN EN 350) | Klasse 4 — wenig dauerhaft |
| Schwindverhalten | gering |
| Außeneignung | außen bedingt |
| Farbe | hell, gelblich-weiß, ohne Rotkern |
| Preis (Schnittholz) | € günstig |
Aussehen & Maserung
Tanne ist gleichmäßig hell gelblich-weiß ohne abgesetzten Kern (im Gegensatz zur rötlichen Kiefer) und mit ruhiger, feiner Maserung. Sie wirkt sehr hell und neutral. Ohne Harzgallen ist das Holzbild besonders sauber, was sie für sichtbare, lackierte Flächen attraktiv macht.
Typische Verwendung
Tanne wird wie Fichte als Konstruktionsholz (Dachstuhl, Wände) und im Innenausbau (Paneele, Profilbretter, Leimholz) eingesetzt. Wegen der Harzfreiheit eignet sie sich gut für lackierte Sichtflächen und Möbel. Behandelt kommt sie auch an der Fassade zum Einsatz. Resonanztanne (Klangholz) wird für Instrumentenböden verwendet.
Bearbeitung & Vorbohren
Tanne ist weich und sehr leicht zu sägen, hobeln und schrauben — ein einsteigerfreundliches Holz. Da kein Harz austritt, verkleben Werkzeuge nicht und Anstriche schlagen nicht durch. Vorbohren ist in der Fläche meist unnötig, am Hirnholz und an Kanten ratsam. Sie nimmt Leim gut an. Wegen der Weichheit zeichnen sich Druckstellen ab.
Pflege & Schutz
Innen genügt Wachs, Öl oder Klarlack; Tanne vergilbt unter Licht weniger auffällig als manch anderes Nadelholz. Außen braucht sie zwingend einen wetterfesten Anstrich und konstruktiven Holzschutz, da sie nur wenig dauerhaft ist. Das passende System nennt der Lack-Berater.
Passende Befestigung
Verzinkte Holz-/Spanplattenschrauben halten gut; außen Edelstahl A2. Da kein Harz stört, sind Bohrer und Bits sauber. Vorbohren am Hirnholz und an Kanten gegen Aufspalten; in der Fläche meist nicht nötig.
Preis & Verfügbarkeit
Tanne ist günstig (€) und als heimisches Holz, oft gemeinsam mit Fichte („Fi/Ta") gehandelt, überall verfügbar — als KVH, Latte, Leimholz und Profilbrett. Damit ist sie eines der wirtschaftlichsten Bauhölzer.
Herkunft, Wuchs & Nachhaltigkeit
Die Weißtanne (Abies alba) ist in den Mittelgebirgen und Alpen Mitteleuropas heimisch und gilt als klimastabiler als die Fichte — im Waldumbau gewinnt sie an Bedeutung. Sie wird oft gemeinsam mit Fichte forstwirtschaftlich genutzt und ist als zertifizierte heimische Ware günstig verfügbar. Ökologisch ist die tiefwurzelnde Tanne ein wertvoller, sturmfester Mischwaldbaum.
Im Vergleich zu ähnlichen Hölzern
Die Fichte ist die nahezu gleichwertige Schwester — im Bau austauschbar (Handelsname „Fi/Ta"); die Tanne punktet mit Harzfreiheit für lackierte Sichtflächen, die Fichte ist minimal fester und überall verfügbar. Die Kiefer ist härter und dekorativer, aber harzreich. Für den Außeneinsatz sind beide schwächer als Lärche oder Douglasie. Fazit: Tanne, wenn harzfreie, saubere lackierte Flächen oder ein klimastabiler Mischwaldbaum gefragt sind — sonst ist die Fichte die ebenso günstige Alternative.
Vor- & Nachteile
- Günstig und überall verfügbar
- Harzfrei (keine Harzgallen, kein Durchschlagen)
- Leicht bei guter Tragfähigkeit
- Sehr einfach zu bearbeiten
- Weich, druckempfindlich
- Außen nur wenig dauerhaft (Klasse 4)
- Nimmt Wasser etwas stärker auf als Fichte
- Geringe Abriebfestigkeit
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Tanne und Fichte?
Optisch und in der Bearbeitung kaum — beide sind helle, weiche Nadelhölzer. Tanne hat keine Harzgallen und keinen Rotkern und nimmt Wasser etwas stärker auf; im Handel laufen sie oft als „Fi/Ta" zusammen.
Ist Tanne für draußen geeignet?
Nur mit Anstrich und konstruktivem Holzschutz. Unbehandelt erreicht sie nur Klasse 4 und vergraut und fault im Wetter relativ schnell.
Warum ist Tanne gut zum Lackieren?
Weil sie harzfrei ist — es gibt keine Harzgallen, aus denen Harz durch den Lack schlägt. Das ergibt saubere, gleichmäßige lackierte Sichtflächen.
Was ist Resonanz- oder Klangtanne?
Besonders gleichmäßig und langsam gewachsene Weißtanne mit feinen Jahrringen, die als Resonanzholz für Instrumentenböden (z. B. Orgeln, Streichinstrumente) verwendet wird.
Muss ich Tanne vorbohren?
In der Fläche meist nicht. Am Hirnholz, an Kanten oder bei großen Schrauben verhindert ein Vorbohrloch das Aufspalten.
Tanne oder Fichte fürs Bauen?
Beide sind als Bauholz gleichwertig und werden oft gemeinsam geliefert. Für lackierte Sichtflächen ist die harzfreie Tanne im Vorteil, ansonsten entscheidet die Verfügbarkeit.
Quellen: Brinell-Härte n. DIN EN 1534 · Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350 · Rohdichte aus Literatur & Herstellerangaben. Stand 06/2026.