Gewinde — metrisch & Zoll

Kernloch-Bohrer, Steigung und Schlüsselweite für metrische Regelgewinde von M3 bis M20 — die wichtigste Tabelle für Gewindebohren und Verschraubung.

Metrisches Gewinde verstehen

Ein metrisches Gewinde wird mit „M" plus dem Nenndurchmesser in Millimetern bezeichnet — „M8" hat 8 mm Außendurchmesser. Die Steigung ist der Abstand zweier Gewindegänge, also der Vorschub pro Umdrehung (M8-Regelgewinde: 1,25 mm). Beim Regelgewinde gehört zu jedem Durchmesser eine genormte Standard-Steigung; Feingewinde (z. B. M8×1) haben eine kleinere Steigung für feinere Verstellung und bessere Selbsthemmung.

Kernlochbohrer richtig wählen

Vor dem Gewindeschneiden mit dem Gewindebohrer wird ein Loch vorgebohrt — der Kernlochdurchmesser. Faustformel fürs Regelgewinde: Kernloch ≈ Nenndurchmesser − Steigung. Für M8 (Steigung 1,25 mm) also 8 − 1,25 = 6,75 → 6,8-mm-Bohrer. Die genauen Werte stehen in der Tabelle. Ein zu kleines Kernloch lässt den Gewindebohrer abreißen, ein zu großes ergibt ein schwaches Gewinde.

Metrische Gewinde-Tabelle (Regelgewinde)

Metrisches ISO-Regelgewinde M3–M20: Steigung, Kernloch-Bohrerdurchmesser und Schlüsselweite (SW). Werte nach DIN 13 / Tabellenwerk, gerundet.
GewindeSteigungKernloch-BohrerSchlüsselweite
M30,50 mm2,5 mmSW 5,5
M40,70 mm3,3 mmSW 7
M50,80 mm4,2 mmSW 8
M61,00 mm5,0 mmSW 10
M81,25 mm6,8 mmSW 13
M101,50 mm8,5 mmSW 17
M121,75 mm10,2 mmSW 19
M142,00 mm12,0 mmSW 22
M162,00 mm14,0 mmSW 24
M202,50 mm17,5 mmSW 30

Metrisch oder Zoll?

In Europa ist das metrische Gewinde Standard. Zoll-Gewinde begegnen dir an Importteilen, Fahrradkomponenten, in der Sanitärtechnik (Rohrgewinde G/BSP) und bei Foto-/Stativtechnik (1/4"). Die gängigen angloamerikanischen Systeme sind UNC (grob) und UNF (fein) sowie Whitworth (BSW). Wichtig: Metrische und zöllige Gewinde sind nicht kompatibel — sie lassen sich nicht mischen, auch wenn der Durchmesser ähnlich aussieht.

Gewinde schneiden Schritt für Schritt

Ein Innengewinde entsteht in drei Etappen, wenn ein Handgewindebohrer-Satz genutzt wird. Zuerst schneidet der Vorschneider (ein bis zwei Ringe oder ein konischer Anschnitt) das Gewinde grob vor, dann folgt der Mittelschneider, zuletzt formt der Fertigschneider das Gewinde bis zum Grund aus — wichtig bei Sacklöchern. Den Gewindebohrer immer senkrecht ansetzen, mit Schneidöl arbeiten und nach jeder halben bis ganzen Umdrehung ein Stück zurückdrehen, damit der Span bricht und der Bohrer nicht verklemmt. In Stahl und Edelstahl ist reichlich Kühlschmierung Pflicht; in Aluminium reicht oft Petroleum oder Spiritus. Ein Außengewinde schneidest du analog mit dem Schneideisen auf eine angefaste Rundstange.

Feingewinde — wann sinnvoll?

Das Feingewinde hat bei gleichem Durchmesser eine kleinere Steigung als das Regelgewinde (etwa M8×1 statt M8×1,25). Daraus folgen ein größerer Kernquerschnitt, höhere Belastbarkeit und bessere Selbsthemmung — die Verbindung löst sich unter Vibration langsamer. Genutzt wird es dort, wo es auf feine Verstellung oder dünnwandige Bauteile ankommt: in der Mess- und Feinwerktechnik, bei Hydraulik-Verschraubungen und im Fahrzeugbau. Der Nachteil: Feingewinde sind empfindlicher gegen Schmutz und Beschädigung und brauchen den passenden Kernloch-Bohrer, der nicht in der Standardtabelle steht.

Zur vollständigen Gewinde-Tabelle (M3–M20 + Zoll/Whitworth) →

Häufige Fragen

Was ist der Kernlochdurchmesser?

Der Kernlochdurchmesser ist der Bohrer-Durchmesser, mit dem das Loch vor dem Gewindeschneiden vorgebohrt wird. Faustformel für metrische Regelgewinde: Kernloch ≈ Nenndurchmesser minus Steigung (z. B. M8 mit 1,25 mm Steigung → 6,8 mm Bohrer).

Was bedeutet die Steigung bei Gewinden?

Die Steigung ist der Abstand zwischen zwei Gewindegängen in Millimetern — also der Vorschub pro Umdrehung. M8 hat als Regelgewinde 1,25 mm Steigung; es gibt auch Feingewinde (M8×1) mit geringerer Steigung für feinere Verstellung und höhere Selbsthemmung.

Was ist der Unterschied zwischen metrischem und Zoll-Gewinde?

Metrische Gewinde (M) sind in Millimeter genormt und in Europa Standard. Zoll-Gewinde (UNC/UNF, BSP, Whitworth) stammen aus dem angloamerikanischen Raum und finden sich an Importteilen, Fahrrädern, Sanitär und Foto-Technik. Sie sind nicht kompatibel.

Welche Schlüsselweite passt zu welcher Schraube?

Die Schlüsselweite (SW) ist die Maulweite des Schlüssels über die Sechskant-Flächen. Gängig: M6 → SW 10, M8 → SW 13, M10 → SW 17, M12 → SW 19. Die genauen Werte stehen in der Tabelle oben.

Quellen: ISO-Regelgewinde n. DIN 13, Kernloch-/Schlüsselweiten aus Tabellenwerk. Orientierungswerte ohne Gewähr — verbindlich sind Norm und Herstellerangaben.