Schleifpapier & Körnung

Die Körnung entscheidet über Abtrag und Oberfläche: grobes Papier trägt schnell viel Material ab, feines glättet für Öl, Lack und Politur. Hier findest du die komplette Körnungstabelle nach P-Skala, welche Körnung für welches Material passt und die gängigen Schleifmittel-Arten.

Was die Körnung bedeutet

Die Körnung gibt an, wie fein die Schleifkörner auf dem Papier sind — je höher die Zahl, desto feiner das Korn und desto glatter das Ergebnis. In Europa gilt die FEPA-Norm mit dem Kürzel „P": P40 ist grob und trägt viel ab, P240 ist fein für den Zwischenschliff, ab P1000 geht es um Lackpolituren. Die Zahl steht für die Maschenweite des Siebs, durch das die Körner sortiert werden — kleinere Körner passen durch ein feineres Sieb und ergeben höhere Zahlen.

Die wichtigste Regel beim Schleifen lautet: immer von grob nach fein und keine Stufe überspringen. Jede Körnung hinterlässt Kratzer in ihrer eigenen Größe; die nächstfeinere Stufe entfernt diese Kratzer wieder. Ein sauberer Holzaufbau ist zum Beispiel P80 → P120 → P180. Zwischen den Stufen den Schleifstaub gründlich absaugen, damit lose grobe Körner keine neuen Riefen ziehen.

Körnungstabelle — von grob bis extrafein

Schleifpapier-Körnungen nach FEPA-P-Skala mit Bezeichnung und typischer Anwendung. Orientierungswerte.
Körnung (P)BezeichnungTypische Anwendung
P16 – P36sehr grobStarker Abtrag: alte Farb- und Lackschichten entfernen, raue Balken und Massivholz egalisieren, Estrich.
P40 – P60grobGrobschliff: viel Material abtragen, Kanten brechen, verwittertes Holz und grobe Unebenheiten anpacken.
P80 – P100mittelErster Holzschliff, Rost und Zunder von Metall lösen, Spachtel grob verschleifen.
P120 – P150feinStandard-Vorschliff vor der Lackierung, Grundierung anschleifen, Wandspachtel glätten.
P180 – P220feinFeinschliff von Rohholz vor Öl, Wachs oder Lasur; Zwischenschliff der ersten Lackschicht.
P240 – P320sehr feinZwischenschliff zwischen Lackschichten, Metall vor dem Polieren, Kunststoff glätten.
P400 – P600extrafeinNassschliff von Lack, Autolack vor der Neulackierung anschleifen, Grundfüller ebnen.
P800 – P1200superfeinEndschliff von Klarlack, Nassschliff von Läufern und Nasen, Beginn des Polituraufbaus.
P1500 – P2500ultrafeinHochglanz-Nassschliff, Lackpolitur, Kunststoff- und Acrylglas-Aufbereitung vor dem Polieren.

P-Skala nach FEPA (europäisch). Die ältere Bezeichnung ohne „P" (CAMI) weicht im feinen Bereich ab — beim Vergleich auf das „P" achten.

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Welche Körnung wofür?

Die passende Körnungsfolge hängt vom Material und vom Arbeitsschritt ab. Diese Übersicht zeigt die typischen Abläufe — den genauen P-Wert für deinen Fall nennt der Körnung-Finder.

Empfohlene Körnungsfolgen je Aufgabe. Immer von grob nach fein, keine Stufe überspringen.
AufgabeKörnungsfolgeHinweis
Rohholz schleifen (Möbel, Bretter)P80 → P120 → P180Von grob nach fein, keine Stufe überspringen. Für Öl/Lasur bei P180–P220 enden, für Lack bei P150–P180.
Lack anschleifen / ZwischenschliffP240 → P320Nur mattieren, nicht durchschleifen. Zwischen zwei Lackschichten sorgt der leichte Schliff für Haftung.
Alte Farbe / Lack entfernenP40 → P80Grob starten, dann mit P120 den Untergrund für den Neuaufbau glätten.
Metall entrosten & glättenP80 → P180 → P320Grob den Rost lösen, fein für blanke Flächen; vor dem Lackieren entfetten.
Wand / Spachtel glättenP120 → P180Nach dem Trocknen des Füllers; Staub vor dem Grundieren restlos absaugen.
Autolack / HochglanzP400 → P800 → P2000Alles nass. Nach P2000 folgt die Politur — nie trocken auf Klarlack schleifen.
Nicht sicher, welche Körnung?

Der Körnung-Finder fragt Material und Arbeitsschritt ab und nennt den passenden P-Wert samt nächstem Schleifschritt.

Schleifmittel-Arten im Überblick

Nicht nur die Körnung, auch die Form des Schleifmittels entscheidet über das Ergebnis — je nach Untergrund, Werkzeug und Zugänglichkeit.

Schleifmittel Schleifpapier Der Klassiker: Schleifkorn auf Papierträger, als Bogen, Rolle oder für Schleifklotz und -maschine. Günstig, für Holz, Lack und Spachtel. Nassschleifpapier (Siliziumcarbid, „waterproof") ist wasserfest gebunden.
Schleifmittel Schleifvlies Elastisches Faservlies mit eingebettetem Korn (z. B. Scotch-Brite). Passt sich Profilen und Rundungen an, setzt sich kaum zu und ist ideal zum Mattieren von Lack und für den Zwischenschliff.
Schleifmittel Schleifschwamm Schaumstoffblock mit Schleifkorn, beidseitig nutzbar und auswaschbar. Griffig für Kanten, Leisten und Sprossenfenster; hält die Körnung auch bei feuchter Anwendung.
Schleifmittel Schleifscheiben (Klett) Runde Scheiben mit Klettrücken für Exzenter- und Winkelschleifer, oft mit Absauglöchern. Für schnellen, flächigen Abtrag auf großen Holz- und Metallflächen.
Schleifmittel Schleifgewebe / Leinen Korn auf reißfestem Gewebeträger, deutlich robuster als Papier. Für Metall, Kanten und den harten Dauereinsatz, auch als Endlosband für Bandschleifer.

Schleifen im Zusammenspiel

Schleifen ist selten Selbstzweck, sondern die Vorbereitung für den nächsten Schritt. Vor dem Ölen wird Rohholz bis P180–P220 feingeschliffen, vor dem Lackieren bis P150–P180. Beim Wände streichen glättet ein Zwischenschliff mit P120–P180 die Spachtelstellen. Und wer Hartholz vorbohrt und verschraubt, bricht die Kanten anschließend mit feinem Papier. Welche Schleifkörnung dein konkretes Material braucht, klärt der Körnung-Finder.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Körnung (P-Zahl) bei Schleifpapier?

Die Körnung gibt an, wie viele Schleifkörner auf einer definierten Fläche sitzen — je höher die Zahl, desto feiner das Korn und desto glatter das Ergebnis. „P" steht für die europäische FEPA-Norm: P40 ist grob und trägt viel ab, P240 ist fein für den Zwischenschliff, P1000 und höher sind extrafein für Lackpolituren.

Welche Körnung nimmt man zum Lackieren?

Vor dem ersten Lackauftrag wird Rohholz mit P180 bis P240 feingeschliffen. Zwischen zwei Lackschichten genügt ein leichter Zwischenschliff mit P280 bis P400, damit die nächste Schicht haftet. Für hochglänzende Klarlacke folgt ein Nassschliff mit P600 bis P1200 und anschließendes Polieren.

In welcher Reihenfolge schleift man?

Immer von grob nach fein und keine Körnungsstufe überspringen — sonst bleiben Kratzer der groben Stufe sichtbar. Ein typischer Holzaufbau ist P80 (Grobschliff) → P120 (Vorschliff) → P180 (Feinschliff). Zwischen den Stufen den Schleifstaub gründlich entfernen, damit lose Körner keine neuen Kratzer ziehen.

Was ist der Unterschied zwischen der P-Körnung und der alten Bezeichnung?

Die europäische FEPA-P-Skala (z. B. P120) und die ältere, teils amerikanische Skala (nur „120" oder „CAMI") stimmen im groben Bereich fast überein, weichen im feinen Bereich aber deutlich ab: P240 ist feiner als das alte 240er-Papier. Auf die Angabe „P" achten, wenn Körnungen aus verschiedenen Quellen verglichen werden.

Welche Körnung für Autolack und Nassschliff?

Zum Anschleifen von Autolack vor der Neulackierung dient P400 bis P800 (nass). Läufer und Nasen werden mit P1500 nass geebnet, der Polituraufbau erfolgt über P2000 bis P2500. Nassschleifpapier ist wasserfest gebunden und wird mit etwas Wasser und Spülmittel verwendet, damit sich das Papier nicht zusetzt.

Schleifpapier trocken oder nass verwenden?

Rohholz wird trocken geschliffen — Wasser würde die Fasern aufstellen. Nassschliff ist Lacken, Kunststoffen, Metall und Spachtel vorbehalten: Das Wasser bindet den Schleifstaub, verhindert Zusetzen und ergibt ein feineres Schliffbild. Nur ausdrücklich wasserfestes Papier (Silizium­carbid, „waterproof") nass verwenden.

Quellen: FEPA-P-Körnungsnorm (FEPA 43-GB / ISO 6344), Hersteller-Anwendungshinweise. Orientierungswerte ohne Gewähr.