Wände streichen — Schritt für Schritt
Saubere Kanten, keine Ansätze, gleichmäßige Deckung: So streichst du eine Wand wie ein Profi — von der Vorbereitung bis zum zweiten Anstrich.
Ein sauberes Streichergebnis ist keine Glückssache, sondern Vorbereitung und Technik. Mit der richtigen Reihenfolge — abkleben, grundieren, vorschneiden, nass in nass rollen — gelingt eine gleichmäßige Wand ohne Ansätze und Flecken.
Schritt für Schritt
-
1
Raum vorbereiten und abkleben
Möbel rausräumen oder abdecken, Boden mit Malervlies schützen. Steckdosen abschrauben (Strom aus!). Kanten, Sockelleisten und Rahmen mit Malerkrepp abkleben — das Band fest andrücken, damit keine Farbe unterläuft.
-
2
Untergrund prüfen und grundieren
Löcher und Risse spachteln, schleifen, entstauben. Stark oder ungleichmäßig saugende Wände (frischer Putz, Gipskarton, Altanstrich-Flecken) mit Tiefgrund behandeln — das spart Farbe und vergleichmäßigt das Ergebnis.
-
3
Farbe und Menge vorbereiten
Die benötigte Menge mit dem Farbmengen-Rechner bestimmen und genug Reserve einplanen (gleiche Charge fürs Ausbessern). Farbe gut aufrühren; bei mehreren Eimern für große Flächen alles in einen großen Behälter mischen (Farbtongleichheit).
-
4
Kanten vorschneiden
Mit dem Pinsel oder einem kleinen Heizkörperroller einen ca. 5–10 cm breiten Streifen entlang aller Kanten, Ecken und um Steckdosen ziehen („vorschneiden"). So erreicht die Rolle später überall bündig die Ecken.
-
5
Fläche nass in nass rollen
Die Wand zügig in überlappenden Bahnen rollen, immer in die noch feuchte Farbe hinein („nass in nass") — so entstehen keine sichtbaren Ansätze. In W- oder M-Form auftragen und dann gleichmäßig verteilen. Bei Tageslicht arbeiten, um Fehlstellen zu sehen.
-
6
Zweiter Anstrich und abziehen
Nach der Trocknungszeit (Herstellerangabe) den zweiten Anstrich aufbringen — meist quer zur ersten Richtung. Das Malerkrepp am besten abziehen, solange die letzte Schicht noch leicht feucht ist, damit die Kante sauber bricht.
- Welcher Farbtyp zu Raum und Untergrund passt (matt, scheuerbeständig, Silikat), klärt der Lack-Berater.
- Kräftige Töne (Rot, Gelb) und dunkel-auf-hell brauchen oft einen dritten Anstrich — Reserve einplanen.
- Rolle und Pinsel über Nacht in Folie luftdicht einpacken, dann musst du zwischen den Anstrichen nicht auswaschen.
Häufige Fragen
Wie viele Anstriche brauche ich?
Meist zwei. Auf gleichfarbigem, vorgestrichenem Untergrund reicht einer; kräftige Töne, starke Farbwechsel oder saugende Wände können einen dritten nötig machen.
Wie vermeide ich Ansätze und Streifen?
Immer nass in nass arbeiten, eine Wand ohne Pause zu Ende rollen und nicht in bereits antrocknende Farbe zurückrollen. Gleichmäßig viel Farbe aufnehmen und bei gutem Licht arbeiten.
Wann ziehe ich das Klebeband ab?
Am besten, solange die letzte Farbschicht noch leicht feucht ist — dann reißt die Farbkante nicht aus. Das Band in flachem Winkel langsam abziehen.
Muss ich vorher grundieren?
Auf stark/ungleichmäßig saugenden, sandenden oder fleckigen Wänden ja (Tiefgrund). Auf intaktem, gleichfarbigem Altanstrich genügt meist direktes Überstreichen.
Weitere Anleitungen
Orientierung ohne Gewähr · bei tragenden oder sicherheitsrelevanten Arbeiten (Elektro, Statik, Schwerlast) eine Fachkraft hinzuziehen.