Farben & Lacke

RAL-Töne, Wandfarben, Lacke und Lasuren — plus Rechner und Berater. Farbwerte mit HEX/RGB zum Kopieren.

i Farbtreue-Hinweis — Bildschirmfarben sind nur Annäherungen. Monitore, Helligkeit und Umgebungslicht verfälschen den Eindruck. Für die verbindliche Wahl gilt der physische Farbfächer.

Wandfarben: Dispersion, Latex und Silikat

Die meistgenutzte Wandfarbe für Innenräume ist die Dispersionsfarbe — auf Kunststoffbasis, ergiebig, gut deckend und preiswert. Für stärker beanspruchte Räume gibt es Latexfarben mit höherer Scheuerbeständigkeit (Nassabriebklasse 1–2), die sich abwischen lassen und für Küche, Bad und Flur taugen. Silikatfarben (Mineralfarben) sind diffusionsoffen und schimmelhemmend und werden gern in Altbau, Keller und Feuchträumen eingesetzt. Welcher Typ für deinen Untergrund passt, klärt der Lack-Berater; die Menge rechnet der Farbmengen-Rechner aus.

Lacke und Lasuren — der Unterschied

Ein Lack bildet einen deckenden, geschlossenen Film und verbirgt den Untergrund — ideal für Türen, Möbel, Heizkörper und Metall. Wasserbasierte Acryllacke vergilben kaum und sind innen geruchsarm; Kunstharz-(Alkydharz-)Lacke verlaufen besonders glatt und sind robust, brauchen aber Lösemittel und vergilben. Eine Lasur dagegen ist transparent bis halbdeckend und lässt die Holzmaserung sichtbar; offenporige Dünnschichtlasuren reißen außen nicht und lassen Feuchte entweichen, deckende Dickschichtlasuren schützen maßhaltige Bauteile wie Fenster.

RAL-Farben als gemeinsame Sprache

Das RAL-Classic-System ordnet jedem Ton eine herstellerunabhängige Nummer und einen Namen zu — so meint „RAL 7016 Anthrazitgrau" bei jedem Hersteller denselben Ton. Unsere RAL-Palette zeigt 30 Klassik-Töne mit HEX und RGB zum Kopieren, filterbar nach Farbgruppe. Beachte: Bildschirmfarben sind nur Annäherungen — verbindlich bleibt der physische Farbfächer.

So planst du dein Streichprojekt

Drei Fragen führen zur richtigen Farbe. Erstens der Untergrund: Wand, Holz oder Metall, innen oder außen, saugend oder vorgestrichen — er bestimmt Farbtyp und Grundierung. Zweitens die Beanspruchung: ein ruhiges Schlafzimmer stellt andere Anforderungen als ein Flur oder ein Badezimmer. Drittens der Farbton und die Menge: den Ton wählst du über die RAL-Palette, die benötigte Literzahl liefert der Rechner. Für die ersten beiden Fragen führt dich der Lack-Berater in drei Schritten zur passenden Empfehlung mit Ampel-Einschätzung, für die Menge gibst du im Farbmengen-Rechner einfach die Wandmaße ein. So gehst du mit klarer Material-, Produkt- und Mengenentscheidung ins Projekt — statt im Baumarkt zu raten.

Deckkraft und Glanzgrad richtig wählen

Zwei Kennwerte entscheiden über das spätere Aussehen. Das Deckvermögen ist nach DIN EN 13300 in Klassen 1 bis 4 eingeteilt; Klasse 1 deckt am besten und erspart oft den zweiten Anstrich, während billige Klasse-3-Farben mehrfach gerollt werden müssen und unterm Strich teurer und arbeitsintensiver sind. Der Glanzgrad reicht von stumpfmatt über matt und seidenmatt bis seidenglänzend und glänzend. Matte Farben kaschieren Unebenheiten und wirken ruhig, sind aber empfindlicher gegen Abrieb; je glänzender der Anstrich, desto strapazierfähiger und abwaschbarer, aber desto gnadenloser zeigt er Wellen und Spachtelstellen im Untergrund. Für Wohnräume gilt seidenmatt als guter Kompromiss, für Türen und Heizkörper seidenglänzender Lack.

Grundierung — die halbe Miete

Ein dauerhaftes Ergebnis steht und fällt mit der Vorbehandlung. Stark oder ungleichmäßig saugende Untergründe wie Gipsputz, Spachtelmasse oder Rohbeton brauchen einen Tiefengrund, sonst zieht die Farbe fleckig ein und reißt. Kreidende oder sandende Altanstriche werden mit einem Haftgrund gebunden, glatte oder nicht saugende Flächen wie alte Lacke oder Fliesen mit einer Haftbrücke (Pigmentgrundierung) angeschliffen und vorbehandelt. Auf Holz sperrt eine Isoliergrundierung Harzgallen und wasserlösliche Inhaltsstoffe ab, die sonst als gelbe Flecken durchschlagen. Wer hier spart, sieht das Problem erst Wochen später — dann hilft nur Abschleifen und neu beginnen.

Farb- & Lacktypen im Detail

Häufige Fragen

Was bedeutet eine RAL-Nummer?

RAL-Classic ist ein herstellerunabhängiges Farbsystem mit vierstelligen Nummern. Die erste Ziffer steht für die Farbgruppe (z. B. 1 = Gelb, 5 = Blau, 9 = Weiß/Schwarz), die übrigen drei nummerieren den Ton durch. „RAL 9010" ist Reinweiß, „RAL 5010" Enzianblau.

Welche Wandfarbe für welchen Raum?

Für normale Wohnräume genügt eine matte Dispersionsfarbe. In Küche, Bad und Flur lohnt eine scheuerbeständige Latex- oder Silikatfarbe, die Feuchte und Reinigung aushält. Den passenden Lack-/Farbtyp findest du über den Lack-Berater.

Sind die HEX/RGB-Werte exakt?

Nein, es sind Annäherungen. Bildschirme, Helligkeit und Umgebungslicht verfälschen die Farbe — verbindlich ist immer der physische RAL-Farbfächer. HEX/RGB helfen nur zur groben Orientierung und für digitale Gestaltung.

Wie viel Farbe brauche ich?

Als grober Richtwert deckt ein Liter Wandfarbe je nach Untergrund 6–8 m² pro Anstrich. Genauer rechnet der Farbmengen-Rechner: Wandmaße eingeben, Liter und Gebinde-Empfehlung inklusive Reserve erhalten.