Schrauben — Antriebe, Köpfe & Größen
Torx, Pozidriv, Spax & Co.: Welcher Antrieb hält am besten, welche Größe passt und welche Schraube gehört in welches Material — mit Antriebs-Erkennung und Größentabellen.
Die wichtigsten Schraubenantriebe
Der Antrieb ist die Form im Schraubenkopf, in die das Bit greift. Er entscheidet darüber, wie viel Kraft sich übertragen lässt und wie leicht der Schrauber „durchrutscht" (Cam-out). Diese fünf Antriebe begegnen dir im Alltag:
Torx (TX / T) — der moderne Allrounder
Sechszackiger Stern. Torx überträgt viel Drehmoment, rutscht kaum durch und schont Bit und Schraube — heute der Standard für Holzbau-, Terrassen- und Konstruktionsschrauben. Empfehlung für fast alle neuen Projekte.
Pozidriv (PZ) und Kreuzschlitz (PH)
Beide sehen aus wie ein Kreuz. Kreuzschlitz (Phillips, PH) ist der ältere Standard und rutscht unter Last leicht durch. Pozidriv (PZ) hat zusätzliche feine Striche zwischen den Kreuzarmen, greift besser und ist im Möbelbau verbreitet. Wichtig: PH- und PZ-Bits sind nicht austauschbar — das falsche Bit beschädigt den Antrieb.
Schlitz und Innensechskant (Inbus)
Der Schlitz (eine gerade Kerbe) ist der älteste Antrieb, heute fast nur noch bei Beschlägen und aus optischen Gründen. Der Innensechskant (Inbus) mit sechseckiger Vertiefung sitzt an Möbel-, Maschinen- und Sichtschrauben und überträgt hohe Kräfte.
Holzschraube oder Maschinenschraube?
Holzschrauben (Spanplatten- und Holzbauschrauben) haben ein grobes, oft teilweises Gewinde und eine Spitze; sie schneiden sich ihr Gewinde selbst und ziehen Werkstücke zusammen. Maschinenschrauben tragen ein metrisches Gewinde und verbinden Metallteile mit einer Mutter oder einem Gewindeloch — Details dazu im Gewinde-Bereich. Welche Schraube in welches Holz gehört, steht auf den Holzart-Seiten; die passende Wandbefestigung findet der Dübel-Berater.
Torx-Größen und passende Schrauben
| Torx-Größe | Schrauben-Ø | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| T10 | 2,5–3,0 mm | Kleine Holz-/Elektronikschrauben, Beschläge |
| T15 | 3,5–4,0 mm | Möbel, leichte Holzverbindungen |
| T20 | 4,0–4,5 mm | Standard-Holzschrauben, Trockenbau |
| T25 | 4,5–5,0 mm | Terrassen-, Konstruktionsschrauben |
| T30 | 5,0–6,0 mm | Schwere Holzbauschrauben |
| T40 | 6,0–8,0 mm | Großschrauben, Holzbau/Statik |
Schraubengrößen im Überblick
| Durchmesser | Typische Längen | Antrieb | Anwendung |
|---|---|---|---|
| 3,0 mm | 12–40 mm | PZ1 / T10 | Beschläge, dünne Leisten |
| 3,5 mm | 16–50 mm | PZ2 / T15 | Leichte Holzverbindungen |
| 4,0 mm | 20–70 mm | PZ2 / T20 | Standard-Holzschraube |
| 4,5 mm | 30–80 mm | PZ2 / T20 | Möbel, Rahmen |
| 5,0 mm | 40–120 mm | T25 | Konstruktion, Terrasse |
| 6,0 mm | 60–200 mm | T30 | Schwerer Holzbau |
Zur vollständigen Schraubengrößen-Tabelle (Durchmesser, Vorbohrer, Bit) →
Antriebe & Typen im Detail
Häufige Fragen
Welcher Schraubenantrieb ist der beste?
Torx (Innensechsrund) gilt heute als bester Allround-Antrieb: hohe Kraftübertragung, kaum Abrutschen (Cam-out), lange Bit-Lebensdauer. Pozidriv ist im Möbelbau verbreitet, Kreuzschlitz (Phillips) eher veraltet. Für Sichtschrauben und Maschinen wird Innensechskant (Inbus) genutzt.
Woran erkenne ich, welcher Antrieb das ist?
Schlitz = eine gerade Kerbe. Kreuzschlitz (PH) = einfaches Kreuz mit spitzem Grund. Pozidriv (PZ) = Kreuz mit zusätzlichen feinen Strichen dazwischen. Torx (TX/T) = sechszackiger Stern. Innensechskant = sechseckige Vertiefung. Ein Blick in die Vertiefung genügt meist.
Welche Schraube für Holz, welche für Metall?
Holzschrauben (Spanplatten-/Holzbauschrauben) haben ein grobes Teilgewinde und eine Spitze, das Werkstücke zusammenzieht. Maschinenschrauben (metrisches Gewinde) verbinden Metallteile mit Mutter oder Gewindeloch. Für tragende Holzverbindungen gibt es zugelassene Konstruktionsschrauben.
Was bedeutet die Festigkeitsklasse (z. B. 8.8)?
Bei Metallschrauben gibt die Zahl die Zugfestigkeit und Streckgrenze an: „8.8" bedeutet 800 N/mm² Zugfestigkeit, Streckgrenze 80 % davon. Höhere Klassen (10.9, 12.9) sind fester, aber spröder. Für die meisten Heimwerkeranwendungen genügt 8.8.
Muss ich für Schrauben vorbohren?
In hartem Holz und nahe an Kanten ja — der Vorbohrer liegt bei etwa 70 % des Schrauben-Kerndurchmessers. In weichem Nadelholz ist Vorbohren in der Fläche meist nicht nötig. Bei Hartholz zusätzlich ansenken, damit der Kopf bündig sitzt.
Quellen: gängige Hersteller-Sortimentsangaben & Normbezeichnungen (ISO 14583 Torx, DIN 7505 Spanplattenschraube). Orientierungswerte ohne Gewähr.