Fichte

Nadelholz · heimisch Nur innen

Picea abies

Holzmaserung Fichte
Härte12 N/mm²
Witterung außennur innen
Preis€ günstig
Bearbeitbarkeitgut zu bearbeiten

Fichte ist das meistgenutzte Bauholz Mitteleuropas: günstig, leicht, gut verfügbar und einfach zu bearbeiten. Als Konstruktionsvollholz (KVH) trägt sie Dachstühle und Wände. Im Freien hält sie ohne Schutz nicht lange — dafür ist sie drinnen unschlagbar wirtschaftlich.

Eigenschaften & technische Daten

Fichte ist mit einer Brinell-Härte von 12 N/mm² und einer Rohdichte um 470 kg/m³ ein weiches, leichtes Nadelholz — das meistgenutzte Bauholz Mitteleuropas. Es ist tragfähig bei geringem Gewicht und damit als Konstruktionsvollholz (KVH) ideal. Die natürliche Dauerhaftigkeit ist gering (Klasse 4), das Schwindverhalten gering bis mäßig. Fichte ist gut verfügbar, preiswert und einfach zu verarbeiten — die Stärken, die ihren Siegeszug im Holzbau begründen.

Steckbrief Fichte — technische Kerndaten. Brinell-Härte n. DIN EN 1534, Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350, Druck-/Biegefestigkeit als Richtwerte aus Tabellenwerk/Literatur (darrtrocken).
Botanischer NamePicea abies
HolzartNadelholz (heimisch)
Brinell-Härte12 N/mm²
Rohdichte (darrtrocken)≈ 470 kg/m³
Druckfestigkeit ∥ Faser≈ 43 N/mm²
Biegefestigkeit≈ 68 N/mm²
Dauerhaftigkeit (DIN EN 350)Klasse 4 — wenig dauerhaft
Schwindverhaltengering bis mäßig
Außeneignungnur innen
Farbegelblich-weiß
Preis (Schnittholz)€ günstig

Aussehen & Maserung

Fichte ist gleichmäßig gelblich-weiß mit dezenter Maserung und seidigem Glanz. Die Äste sind meist klein und festverwachsen. Sie vergilbt unter Licht leicht. Das ruhige, helle Holzbild macht sie zum neutralen Hintergrundholz im Innenausbau.

Typische Verwendung

Fichte trägt als KVH und Konstruktionsholz Dachstühle, Wände und Decken. Im Innenausbau wird sie zu Paneelen, Profilbrettern, Leimholzplatten und einfachen Möbeln verarbeitet. Auch Verpackungen, Schalungen und Paletten bestehen oft aus Fichte. Für den Außeneinsatz ist sie nur mit Schutz geeignet.

KonstruktionsholzDachstuhlInnenausbauMöbelPaneele

Bearbeitung & Vorbohren

Fichte ist weich und sehr leicht zu sägen, hobeln und schrauben — ein dankbares Holz für Einsteiger. Vorbohren ist in der Fläche selten nötig, am Hirnholz und an Kanten aber ratsam. Sie nimmt Leim gut an. Wegen der Weichheit zeichnen sich Druckstellen leicht ab; mit scharfem Werkzeug reißt sie an Astdurchgängen weniger aus.

Pflege & Schutz

Innen genügt Wachs, Öl oder ein Klarlack; Fichte vergilbt mit der Zeit, ein UV-Schutz bremst das. Außen braucht sie zwingend einen wetterfesten Anstrich und konstruktiven Holzschutz (Wasser ablaufen lassen, Spritzwasser meiden), sonst vergraut und fault sie rasch. Der Lack-Berater nennt das passende System.

Passende Befestigung

Schraube

Für Fichte genügen verzinkte Spanplatten- oder Holzbauschrauben mit Teilgewinde. Vorbohren ist meist nicht nötig; nahe an der Kante oder am Hirnholz beugt ein Vorbohrloch dem Aufspalten vor. Außen Edelstahl A2 verwenden.

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Preis & Verfügbarkeit

Fichte ist das günstigste Bauholz (€) und praktisch überall sofort verfügbar — als KVH, Latte, Leimholz und Profilbrett. Diese Wirtschaftlichkeit ist ihr Hauptargument: Wo es nicht auf Härte oder Außendauerhaftigkeit ankommt, ist Fichte fast unschlagbar günstig.

Herkunft, Wuchs & Nachhaltigkeit

Die Gemeine Fichte (Picea abies) ist der häufigste Baum der deutschen Wälder und das tragende Bauholz Mitteleuropas. Sie wächst schnell und wird intensiv forstwirtschaftlich genutzt — daraus folgen niedriger Preis und beste Verfügbarkeit. Reine Fichten-Monokulturen sind allerdings anfällig für Sturm und Borkenkäfer; der Waldumbau zu Mischwäldern verändert das Angebot langfristig. Zertifizierte heimische Ware ist Standard.

Im Vergleich zu ähnlichen Hölzern

Im Bau ist die Tanne die direkte Alternative — fast identisch, aber harzfrei und damit besser für lackierte Sichtflächen; im Handel laufen beide als „Fi/Ta". Die Kiefer ist etwas härter und dekorativer, aber harzreicher. Für den Außeneinsatz ist Fichte die schwächste Wahl unter den Nadelhölzern — dort sind Lärche und Douglasie deutlich dauerhafter. Wo nur geringes Gewicht zählt (Sperrholz, Leichtbau), ist die noch leichtere Pappel einen Blick wert. Fazit: Fichte ist das günstigste Bauholz — bei Optik oder Außeneinsatz lohnt der Wechsel.

Vor- & Nachteile

Vorteile
  • Sehr günstig und überall verfügbar
  • Leicht bei guter Tragfähigkeit (KVH)
  • Einfachste Bearbeitung
  • Astarm und ruhig im Holzbild
Nachteile
  • Weich — Druckstellen
  • Außen nicht dauerhaft (Klasse 4)
  • Vergilbt unter Licht
  • Geringe Abriebfestigkeit
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Häufige Fragen

Muss ich Fichte vorbohren?

In der Fläche meist nicht — das weiche Holz nimmt die Schraube direkt auf. Nahe an Kanten, am Hirnholz oder bei großen Durchmessern verhindert ein Vorbohrloch das Aufspalten.

Ist Fichte für draußen geeignet?

Nur mit konstruktivem Holzschutz oder Anstrich. Unbehandelt erreicht Fichte nur Dauerhaftigkeitsklasse 4 und vergraut und fault im Wetter relativ schnell.

Worin unterscheiden sich Fichte und Tanne?

Optisch und in der Bearbeitung kaum — beide sind helle, weiche Nadelhölzer. Tanne hat keine Harzgallen und nimmt Wasser etwas stärker auf; im Handel werden sie oft als „Fi/Ta" gemeinsam geführt.

Was ist KVH?

Konstruktionsvollholz ist technisch getrocknetes, gehobeltes und keilgezinktes Nadelholz (meist Fichte) für sichtbare und nicht sichtbare Tragkonstruktionen — maßhaltiger und rissärmer als sägeraues Bauholz.

Warum vergilbt Fichte?

Inhaltsstoffe reagieren mit UV-Licht. Ein Klarlack oder Öl mit UV-Schutz verlangsamt das Nachdunkeln; ganz vermeiden lässt es sich bei hellem Nadelholz nicht.

Eignet sich Fichte für Möbel?

Für einfache, rustikale oder Landhaus-Möbel ja — günstig und leicht. Wegen der Weichheit ist sie für stark beanspruchte Flächen (Arbeitsplatten, Treppen) weniger geeignet; dort sind Buche oder Eiche besser.

Quellen: Brinell-Härte n. DIN EN 1534 · Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350 · Rohdichte aus Literatur & Herstellerangaben. Stand 06/2026.