Holzfeuchte-Tabelle

Welche Holzfeuchte passt zu welchem Einsatzort? Die Ausgleichsfeuchte (Gleichgewicht mit dem Umgebungsklima) entscheidet, ob Holz später schwindet, reißt oder Fugen bildet.

Ausgleichsfeuchte (Holzfeuchte im Gleichgewicht mit dem Umgebungsklima) je Einsatzort — Richtwerte aus Tabellenwerk/Literatur.
Einsatzort / ZustandHolzfeuchteHinweis
Beheizte Innenräume (Winter)6–9 %Parkett, Möbel, Innenausbau — Holz vor Einbau akklimatisieren
Wohnräume (ganzjährig)9–12 %Standard für Möbel und Innentüren
Unbeheizte Räume / Keller12–15 %Höhere Luftfeuchte — feuchteunempfindlich konstruieren
Überdacht im Freien12–18 %Carport, überdachte Terrasse — Schwankungen einplanen
Frei bewittert (außen)15–20 %Zaun, Terrasse, Fassade — nur dauerhaftes Holz, Bewegung zulassen
Lufttrocken (Lager)≈ 15 %Gleichgewicht bei normalem Außenklima
Frisch geschlagen50–100 %Muss vor Verarbeitung getrocknet werden
Darrtrocken (Labor)0 %Bezugszustand für Rohdichte-Angaben
i Faustregel — Holz vor dem Einbau immer an das spätere Raumklima akklimatisieren. Zu feucht eingebautes Holz schwindet nach und bildet Fugen/Risse; zu trockenes quillt auf. Ab dauerhaft über ~20 % Holzfeuchte droht Pilzbefall.

Schwinden, Quellen und „arbeiten"

Holz ist hygroskopisch: Es nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie wieder ab, bis es im Gleichgewicht mit der Umgebung steht. Dabei ändert es sein Volumen — es quillt bei Feuchteaufnahme und schwindet beim Trocknen. Quer zur Faser ist diese Bewegung am größten, in Faserrichtung minimal. Genau dieses „Arbeiten" muss man einplanen: mit Bewegungsfugen, Nut-und-Feder und Befestigungen, die Bewegung zulassen.

Holzfeuchte messen

Gemessen wird mit einem elektronischen Holzfeuchte-Messgerät. Widerstands-Messgeräte mit Einstech-Elektroden sind genau (messen im Holzinneren), kapazitive Geräte messen zerstörungsfrei an der Oberfläche und eignen sich für eine schnelle Kontrolle. Wichtig ist, dass die Holzfeuchte beim Einbau zur späteren Nutzungsumgebung passt — Parkett für ein beheiztes Wohnzimmer also bei 6–9 %.

Warum das wichtig ist

Die meisten Schäden an Massivholz gehen auf falsche Holzfeuchte zurück: Eine zu feucht verlegte Diele schwindet im Winter und reißt auf, eine zu trockene Tischplatte wölbt sich im Sommer. Und: Holzzerstörende Pilze brauchen dauerhaft über etwa 20 % Holzfeuchte — wer Holz trocken hält und konstruktiv schützt, verhindert Fäulnis. Welche Holzart wie stark schwindet, steht in der Holzhärte-Tabelle und auf den Holzart-Seiten.

Häufige Fragen

Was ist die Holzfeuchte?

Die Holzfeuchte gibt an, wie viel Wasser das Holz im Verhältnis zu seinem darrtrockenen Gewicht enthält (in %). Holz nimmt Feuchte aus der Umgebung auf und gibt sie ab, bis es im Gleichgewicht mit dem Raumklima ist — die sogenannte Ausgleichsfeuchte.

Welche Holzfeuchte für Möbel und Parkett?

Für beheizte Innenräume 6–9 %, für normale Wohnräume 9–12 %. Wird zu feuchtes Holz eingebaut, schwindet es später und es entstehen Fugen und Risse. Holz vor dem Einbau im Raum akklimatisieren lassen.

Warum „arbeitet" Holz?

Weil es bei Feuchteänderung quillt (nimmt Wasser auf) und schwindet (gibt Wasser ab). Quer zur Faser ist die Maßänderung am größten. Konstruktiv muss man dieser Bewegung Raum geben (Bewegungsfugen, Nut-und-Feder).

Wie messe ich die Holzfeuchte?

Mit einem elektronischen Holzfeuchte-Messgerät: Widerstands-Messgeräte mit Einstech-Elektroden sind genau, kapazitive Geräte messen zerstörungsfrei an der Oberfläche. Für den Einbau sollte die Holzfeuchte zur späteren Nutzungsumgebung passen.

Ab welcher Holzfeuchte droht Pilzbefall?

Holzzerstörende Pilze brauchen dauerhaft mehr als etwa 20 % Holzfeuchte. Unter 20 % ist Holz vor Fäulnis sicher — deshalb ist konstruktiver Holzschutz (Holz trocken halten, Wasser ablaufen lassen) so wichtig.

Richtwerte aus Tabellenwerk/Literatur · tatsächliche Ausgleichsfeuchte hängt von Temperatur und Luftfeuchte ab · ohne Gewähr.