Zeder
Nadelholz Außen geeignetThuja plicata (Western Red Cedar)
Als „Zeder" wird im Holzhandel meist <strong>Western Red Cedar</strong> (Riesen-Lebensbaum, Thuja plicata) gehandelt — ein leichtes, sehr dauerhaftes und formstabiles Nadelholz aus Nordamerika. Es ist von Natur aus pilz- und insektenresistent, riecht aromatisch und arbeitet kaum. Damit ist es ein Premium-Holz für Fassaden, Schindeln, Gartenhäuser, Wintergärten und den Saunabau — leicht, dauerhaft und maßhaltig.
Eigenschaften & technische Daten
Western Red Cedar ist mit einer Brinell-Härte um 13 N/mm² und einer sehr geringen Rohdichte um 380 kg/m³ ein leichtes, weiches Nadelholz. Seine herausragenden Eigenschaften sind die Dauerhaftigkeit (Klasse 2) und die außergewöhnliche Formstabilität (sehr geringes Schwinden) — es bleibt auch bei Bewitterung gerade und reißarm. Natürliche Inhaltsstoffe (Thujaplicine) machen es pilz- und insektenresistent. Die geringe Festigkeit begrenzt es auf nichttragende Anwendungen.
| Botanischer Name | Thuja plicata (Western Red Cedar) |
|---|---|
| Holzart | Nadelholz |
| Brinell-Härte | 13 N/mm² |
| Rohdichte (darrtrocken) | ≈ 380 kg/m³ |
| Druckfestigkeit ∥ Faser | ≈ 30 N/mm² |
| Biegefestigkeit | ≈ 50 N/mm² |
| Dauerhaftigkeit (DIN EN 350) | Klasse 2 — dauerhaft |
| Schwindverhalten | sehr gering |
| Außeneignung | außen geeignet |
| Farbe | rötlich-braun bis honigfarben |
| Preis (Schnittholz) | €€€ gehoben |
Aussehen & Maserung
Zeder ist warm rötlich-braun bis honigfarben, oft mit lebhaftem Farbspiel zwischen den Brettern. Im Freien vergraut die Oberfläche silbrig, ohne an Substanz zu verlieren. Die gerade, feine Maserung und der aromatische Duft sind charakteristisch — Letzterer hält im Innenbereich (Schränke, Sauna) lange an.
Typische Verwendung
Zeder ist ein Premium-Holz für die hinterlüftete Fassade (Rhombusleisten, Stülpschalung), für Dachschindeln, Gartenhäuser, Carports und Wintergärten. Wegen der Aromatik und Hitzebeständigkeit ist sie auch im Saunabau beliebt. Der geringe Gewicht erleichtert die Montage großer Fassadenflächen.
Bearbeitung & Vorbohren
Zeder ist weich und sehr leicht zu sägen, hobeln und schrauben. Wichtig: nur Edelstahl A2/A4 verwenden — die Inhaltsstoffe und Säuren greifen verzinkten Stahl an und verursachen dunkle Auswaschungen/Streifen. Das Holz ist splitterarm und reißarm; vorbohren ist meist nicht nötig, an Kanten aber ratsam. Der Schleifstaub kann die Atemwege reizen (Maske).
Pflege & Schutz
Unbehandelt vergraut Zeder silbrig und bleibt dabei dauerhaft — pflegefrei. Wer den warmen Ton halten will, nutzt eine UV-Schutz-Lasur oder ein Öl und erneuert es je nach Bewitterung. Filmbildende Lacke sind außen ungünstig. Im Saunabau bleibt das Holz unbehandelt. Produkte nennt der Lack-Berater.
Passende Befestigung
Ausschließlich Edelstahl A2, an der Küste A4. Die Holzsäuren korrodieren verzinkten Stahl und erzeugen dunkle Streifen ums Schraubenloch. Vorbohren an Kanten; das weiche Holz nimmt Schrauben sonst gut auf. Fassadenbefestigung verdeckt oder mit Edelstahl-Ringschank-Nägeln.
Preis & Verfügbarkeit
Zeder (Western Red Cedar) liegt im gehobenen Segment (€€€) — als Importholz teurer als heimische Lärche oder Douglasie, aber leichter, formstabiler und sehr dauerhaft. Als Fassaden- und Schindelholz ist sie im Fachhandel gut verfügbar; auf nachhaltige Herkunft (FSC) achten.
Herkunft, Wuchs & Nachhaltigkeit
Western Red Cedar (Thuja plicata) stammt aus den Küstenregenwäldern des pazifischen Nordamerikas (Kanada, USA). Ein großer Teil wird aus bewirtschafteten Wäldern gewonnen; FSC-zertifizierte Ware ist verfügbar und sollte bevorzugt werden, da auch hier alte Primärwälder betroffen sein können. Als Importholz hat Zeder längere Transportwege als heimische Lärche oder Douglasie.
Im Vergleich zu ähnlichen Hölzern
Die heimischen Alternativen für Fassade und Außenholz sind Lärche und Douglasie — härter und günstiger, aber schwerer und weniger formstabil. Zeders Trümpfe sind das geringe Gewicht und die außergewöhnliche Maßhaltigkeit, die sie für große, reißarme Fassadenflächen prädestinieren — dafür zahlt man den Importpreis. Für tragende Teile taugt das weiche Holz nicht; dort sind Lärche/Douglasie oder Konstruktionsholz gefragt. Fazit: Zeder ist das leichte, formstabile Premium-Fassadenholz — wo Budget und Heimischkeit zählen, sind Lärche und Douglasie die solide Wahl.
Vor- & Nachteile
- Sehr dauerhaft (Klasse 2) ohne Chemie
- Außergewöhnlich formstabil, reißarm
- Sehr leicht — einfache Montage
- Aromatisch, pilz-/insektenresistent
- Gehoben im Preis (Importholz)
- Weich, geringe Festigkeit (nichttragend)
- Nur Edelstahl (sonst dunkle Streifen)
- Schleifstaub reizt die Atemwege
Häufige Fragen
Ist „Zeder" im Handel echte Zeder?
Meist nicht im botanischen Sinn — gehandelt wird überwiegend Western Red Cedar (Thuja plicata), der Riesen-Lebensbaum. Er ist das klassische „Zedern"-Fassaden- und Schindelholz; echte Zedern (Cedrus) sind seltener.
Warum nur Edelstahlschrauben bei Zeder?
Die natürlichen Holzsäuren greifen verzinkten Stahl an und erzeugen dunkle Auswaschungen und Streifen. Edelstahl A2 (an der Küste A4) verhindert das.
Muss Zeder behandelt werden?
Nein, das Holz ist dauerhaft (Klasse 2). Unbehandelt vergraut es silbrig und bleibt intakt. Wer den warmen Ton halten will, nutzt eine UV-Lasur oder ein Öl.
Warum ist Zeder so formstabil?
Western Red Cedar schwindet außergewöhnlich wenig und „arbeitet" kaum — deshalb bleiben Fassaden und Schindeln gerade und reißarm, auch bei starker Bewitterung.
Eignet sich Zeder für die Sauna?
Ja, sie ist hitzebeständig, splitterarm, aromatisch und bleibt unbehandelt — ein klassisches Saunaholz. Die geringe Dichte sorgt zudem dafür, dass das Holz nicht zu heiß wird.
Zeder oder Lärche für die Fassade?
Zeder ist leichter, formstabiler und aromatisch, aber teurer (Import). Lärche ist heimisch, härter und günstiger. Für anspruchsvolle, großflächige Fassaden punktet Zeder mit Maßhaltigkeit und geringem Gewicht.
Quellen: Brinell-Härte n. DIN EN 1534 · Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350 · Rohdichte aus Literatur & Herstellerangaben. Stand 06/2026.