Linde

Laubholz · heimisch Nur innen

Tilia cordata / Tilia platyphyllos

Holzmaserung Linde
Härte9 N/mm²
Witterung außennur innen
Preis€€ mittel
Bearbeitbarkeitgut zu bearbeiten

Linde ist <strong>das Schnitzholz</strong> schlechthin: sehr weich, fein, gleichmäßig und ohne ausgeprägte Maserung, lässt sie sich in jede Richtung sauber schneiden, ohne zu splittern oder auszureißen. Seit dem Mittelalter ist sie das Holz der Bildschnitzer (Tilman Riemenschneider). Auch im Modell- und Drechselbau sowie als verdecktes „Blindholz" im Möbelbau ist sie beliebt. Außen ist sie nicht dauerhaft.

Eigenschaften & technische Daten

Linde ist mit einer Brinell-Härte von nur etwa 9 N/mm² eines der weichsten heimischen Laubhölzer — weicher als die meisten Nadelhölzer. Die Rohdichte liegt um 530 kg/m³. Ihre Struktur ist sehr fein, gleichmäßig und nahezu richtungslos, weshalb sie sich mit dem Schnitzeisen in jede Richtung „cremig" schneiden lässt. Sie ist nicht dauerhaft (Klasse 5) und ein reines Innenholz; das Schwindverhalten ist mäßig.

Steckbrief Linde — technische Kerndaten. Brinell-Härte n. DIN EN 1534, Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350, Druck-/Biegefestigkeit als Richtwerte aus Tabellenwerk/Literatur (darrtrocken).
Botanischer NameTilia cordata / Tilia platyphyllos
HolzartLaubholz (heimisch)
Brinell-Härte9 N/mm²
Rohdichte (darrtrocken)≈ 530 kg/m³
Druckfestigkeit ∥ Faser≈ 44 N/mm²
Biegefestigkeit≈ 80 N/mm²
Dauerhaftigkeit (DIN EN 350)Klasse 5 — nicht dauerhaft
Schwindverhaltenmäßig
Außeneignungnur innen
Farbefast weiß bis blassgelb
Preis (Schnittholz)€€ mittel

Aussehen & Maserung

Linde ist fast weiß bis blassgelb mit einer sehr feinen, unauffälligen Maserung — ein ruhiges, helles Holzbild. Gerade die fehlende Zeichnung ist ihr Vorteil: Sie lenkt nicht von der geschnitzten Form ab und nimmt Farben und Beizen gleichmäßig an.

Typische Verwendung

Linde ist das klassische Holz der Bildschnitzerei — Figuren, Reliefs, Krippen und Zierrat. Im Modellbau und Drechseln wird sie wegen der leichten Bearbeitung geschätzt, im Möbelbau als verdecktes Blindholz (Schubladen, Korpusinneres) und für Bilderrahmen. Auch Blockflöten und Klaviaturen nutzen Lindenholz.

SchnitzarbeitenModellbauDrechselnBlindholzBilderrahmenSpielzeug

Bearbeitung & Vorbohren

Linde ist außergewöhnlich leicht zu bearbeiten — sie schnitzt, schneidet und schleift sich mühelos und sehr sauber. Geschraubt wird selten; wo nötig, kleine Schrauben mit Vorbohrung, da das weiche Holz wenig Halt bietet. Wegen der Weichheit zeichnen sich Druckstellen leicht ab. Scharfe Werkzeuge sind Pflicht, sonst „schmiert" die Schnittfläche.

Pflege & Schutz

Geschnitzte und gedrechselte Stücke werden geölt, gewachst oder mit Schnitzkreide/Beize gefasst. Linde nimmt Farbe sehr gleichmäßig an. Da sie weich ist, schützt eine Versiegelung vor Druckstellen. Für außen ist Linde ungeeignet. Passende Oberflächenmittel nennt der Lack-Berater.

Passende Befestigung

Schraube

Weiches Holz mit wenig Schraubhalt: kleine Schrauben, vorbohren, nicht überdrehen. Für tragende Verbindungen besser kleben oder Holzverbindungen (Zinken, Dübel) nutzen. Sichtbare Beschläge mit Unterlegscheibe gegen Durchziehen.

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Preis & Verfügbarkeit

Linde liegt im mittleren Preissegment (€€). Als heimisches Holz ist sie im Schnitz- und Bastelbedarf gut verfügbar, oft in Form von Schnitzklötzen und Bohlen in handwerksgerechter Trocknung. Astreine, große Stücke für die Bildhauerei sind teurer.

Herkunft, Wuchs & Nachhaltigkeit

Sommer- und Winterlinde (Tilia platyphyllos/cordata) sind in ganz Europa heimisch und beliebte Park- und Alleebäume. Forstwirtschaftlich wird Linde nur in kleinem Umfang genutzt; Schnitzholz kommt oft aus regionaler Ernte oder dem Bastelfachhandel. Als heimisches, nicht gefährdetes Holz ist Linde ökologisch unbedenklich — die Verfügbarkeit in großen, astreinen Stücken für die Bildhauerei ist allerdings begrenzt.

Im Vergleich zu ähnlichen Hölzern

Zum Schnitzen ist Linde konkurrenzlos; am nächsten kommt die Pappel, die aber faseriger ist und eher für grobe oder Modellarbeiten taugt. Im Leichtbau ist Balsa noch leichter, aber zu weich für feine Schnitzdetails. Als helles, weiches Verarbeitungsholz gibt es sonst kaum Alternativen mit so gleichmäßiger, richtungsloser Struktur. Für tragende oder belastete Teile ist Linde ungeeignet — dafür praktisch jedes härtere Holz. Fazit: Für Bildschnitzerei und feine Handarbeit führt an der Linde nichts vorbei; bei Gewicht zu Balsa, bei Grobarbeit zu Pappel.

Vor- & Nachteile

Vorteile
  • Ideales Schnitzholz — schneidet in jede Richtung
  • Sehr leicht zu bearbeiten
  • Fein, gleichmäßig, nimmt Beize gut an
  • Heimisch und gut verfügbar
Nachteile
  • Sehr weich, druckempfindlich
  • Hält Schrauben schlecht
  • Außen nicht dauerhaft (Klasse 5)
  • Wenig tragfähig
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Häufige Fragen

Warum ist Linde das beste Schnitzholz?

Linde ist weich, fein und nahezu richtungslos gewachsen — das Schnitzeisen gleitet in jede Richtung sauber durch, ohne auszureißen oder zu splittern. Deshalb ist sie seit dem Mittelalter das Holz der Bildschnitzer.

Ist Linde für draußen geeignet?

Nein. Linde ist nicht dauerhaft (Klasse 5) und sehr weich — sie gehört ausschließlich in den trockenen Innenbereich.

Hält Linde Schrauben?

Nur eingeschränkt, das weiche Holz gibt nach. Vorbohren, kleine Schrauben verwenden und für tragende Verbindungen besser kleben oder klassische Holzverbindungen nutzen.

Welche Linde zum Schnitzen kaufen?

Gut abgelagerte, astfreie Winter- oder Sommerlinde (Tilia cordata/platyphyllos) in Schnitzqualität. Auf gleichmäßige, rissfreie Klötze mit passender Holzfeuchte achten.

Wie versiegelt man geschnitzte Linde?

Mit Öl, Wachs oder Schellack; gefasste (bemalte) Figuren erhalten Kreidegrund und Farbe. Eine Versiegelung schützt zusätzlich vor Druckstellen und Verschmutzung.

Linde oder Pappel zum Schnitzen?

Beide sind weich. Linde ist feiner, gleichmäßiger und das traditionelle Schnitzholz; Pappel ist faseriger und eher für grobe Arbeiten oder Modellbau geeignet.

Quellen: Brinell-Härte n. DIN EN 1534 · Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350 · Rohdichte aus Literatur & Herstellerangaben. Stand 06/2026.