Balsa

Laubholz Nur innen

Ochroma pyramidale

Holzmaserung Balsa
Härte2 N/mm²
Witterung außennur innen
Preis€€ mittel
Bearbeitbarkeitgut zu bearbeiten

Balsa ist das leichteste handelsübliche Nutzholz — botanisch ein Laubholz, von der Dichte her aber weicher als jedes Nadelholz. Es lässt sich mit dem Messer schneiden und ist deshalb der Klassiker im Modell- und Leichtbau. Für tragende oder bewitterte Anwendungen ist es ungeeignet.

Eigenschaften & technische Daten

Balsa ist mit einer Brinell-Härte von nur 2 N/mm² und einer Rohdichte um 160 kg/m³ das leichteste handelsübliche Nutzholz — botanisch ein Laubholz, von der Dichte her weicher als jedes Nadelholz. Die Zellwände sind dünn, der Hohlraumanteil sehr hoch. Es ist nicht dauerhaft (Klasse 5) und nimmt Wasser stark auf, dafür hat es ein hervorragendes Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht.

Steckbrief Balsa — technische Kerndaten. Brinell-Härte n. DIN EN 1534, Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350, Druck-/Biegefestigkeit als Richtwerte aus Tabellenwerk/Literatur (darrtrocken).
Botanischer NameOchroma pyramidale
HolzartLaubholz
Brinell-Härte2 N/mm²
Rohdichte (darrtrocken)≈ 160 kg/m³
Druckfestigkeit ∥ Faser≈ 12 N/mm²
Biegefestigkeit≈ 20 N/mm²
Dauerhaftigkeit (DIN EN 350)Klasse 5 — nicht dauerhaft
Schwindverhaltengering
Außeneignungnur innen
Farbecremeweiß bis rosa
Preis (Schnittholz)€€ mittel

Aussehen & Maserung

Balsa ist cremeweiß bis blass rosa mit feiner, gleichmäßiger und sehr offener Struktur. Die Oberfläche ist weich und lässt sich leicht eindrücken. Optisch spielt Balsa kaum eine Rolle — es ist ein technisches Holz, kein Sichtholz.

Typische Verwendung

Balsa ist der Klassiker im Modell- und Leichtbau (Flugzeug- und Schiffsmodelle), für Dämmkerne, Surfboards und Theaterrequisiten. Überall, wo geringes Gewicht bei brauchbarer Steifigkeit zählt, ist Balsa im Einsatz — auch als Kernmaterial in Sandwich-Verbundplatten (z. B. Rotorblätter).

ModellbauLeichtbauDämmungSurfboards

Bearbeitung & Vorbohren

Balsa lässt sich mit dem Messer schneiden und mühelos schleifen. Geschraubt wird kaum — das weiche Holz gibt unter dem Schraubenkopf nach; geklebt (Weißleim, Sekundenkleber) ist die übliche Verbindung. Wo geschraubt werden muss, nur kleine Schrauben mit großem Kopf oder Unterlegscheibe. Ein typischer Anfängerfehler ist, Balsa mit zu viel Kraft zu schneiden oder zu schleifen — das weiche Holz bricht und drückt sich leicht ein; mit scharfem Skalpell, leichten Zügen und feinem Papier arbeiten. Klebestellen vorher planschleifen, da die offenen Poren sonst zu viel Kleber schlucken. Für tragende Modellbau-Teile die Faserrichtung beachten: Balsa ist längs der Faser deutlich steifer als quer.

Pflege & Schutz

Balsa wird im Modellbau meist lackiert oder mit Folie bespannt, um die offene Oberfläche zu versiegeln und etwas zu verfestigen. Im Freien ist es ungeschützt ungeeignet, da es Wasser aufsaugt und schnell fault. Für Außen-/Verbundanwendungen kommt es nur laminiert vor.

Passende Befestigung

Schraube

Balsa hält Schrauben kaum — für Verbindungen wird geklebt (Weißleim, Sekundenkleber). Wo geschraubt werden muss, nur kleine Schrauben mit Unterlegscheibe und großem Kopf, sonst zieht der Kopf durch.

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Preis & Verfügbarkeit

Balsa liegt im mittleren Preissegment (€€) bezogen aufs Volumen — als Importholz mit Spezialanwendung ist es pro Brett nicht ganz billig, im Modellbauhandel aber in vielen Stärken und Qualitäten erhältlich.

Herkunft, Wuchs & Nachhaltigkeit

Balsa (Ochroma pyramidale) wächst in den Tropen Mittel- und Südamerikas, vor allem in Ecuador, dem weltgrößten Produzenten. Als extrem schnellwüchsige Pionierart (erntereif in wenigen Jahren, oft aus Plantagen) ist Balsa ökologisch vergleichsweise unbedenklich. Die Nachfrage als Kernmaterial für Rotorblätter hat den Markt zuletzt stark beansprucht; Plantagenware ist die Regel.

Im Vergleich zu ähnlichen Hölzern

Im Leichtbau gibt es kaum Konkurrenz — Balsa ist konkurrenzlos leicht. Wo etwas mehr Festigkeit bei noch geringem Gewicht gefragt ist, kommt Pappel infrage (Sperrholz, Modellbau). Zum Schnitzen ist die Linde die bessere Wahl — fester und feiner, ohne Balsas grobe, weiche Struktur. Als tragendes Material taugt Balsa nicht; dafür jedes andere Holz. Fazit: Balsa ist die erste Wahl, wenn minimales Gewicht alles ist (Modellbau, Kerne) — bei Festigkeit oder Schnitzbarkeit greift man zu Pappel oder Linde.

Vor- & Nachteile

Vorteile
  • Extrem leicht
  • Sehr leicht zu schneiden/schleifen
  • Gutes Steifigkeit-zu-Gewicht-Verhältnis
  • Ideales Kern-/Modellbaumaterial
Nachteile
  • Sehr weich, druckempfindlich
  • Hält Schrauben kaum (kleben)
  • Nicht witterungsbeständig (Klasse 5)
  • Saugt Wasser stark auf
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Häufige Fragen

Kann man Balsa schrauben?

Nur sehr eingeschränkt. Das weiche Holz gibt unter dem Schraubenkopf nach. Im Modellbau wird Balsa fast immer geklebt statt geschraubt.

Ist Balsa wetterfest?

Nein. Balsa saugt Wasser stark auf und fault schnell (Klasse 5). Außen ist es nur lackiert/laminiert und konstruktiv geschützt einsetzbar.

Warum ist Balsa so leicht?

Die Zellwände sind dünn und der Hohlraumanteil sehr hoch. Darrtrocken liegt die Rohdichte bei nur rund 160 kg/m³ — ein Bruchteil von Eiche oder Buche.

Womit klebt man Balsa?

Weißleim (PVAc) für flächige, nicht eilige Verbindungen, Sekundenkleber (Cyanacrylat) für schnelle Punkte. Für Tragstrukturen werden auch Epoxidharze genutzt.

Wofür wird Balsa außer Modellbau verwendet?

Als leichter Kern in Sandwich-Verbundplatten — etwa in Rotorblättern von Windkraftanlagen, Bootsrümpfen und Leichtbaupaneelen.

Wie versiegelt man Balsa-Oberflächen?

Im Modellbau mit Porenfüller/Spannlack und anschließend Folie oder Lack. Das verfestigt die weiche Oberfläche und schützt vor Feuchte.

Quellen: Brinell-Härte n. DIN EN 1534 · Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350 · Rohdichte aus Literatur & Herstellerangaben. Stand 06/2026.