Erle

Laubholz · heimisch Nur innen

Alnus glutinosa (Schwarzerle)

Holzmaserung Erle
Härte17 N/mm²
Witterung außennur innen
Preis€€ mittel
Bearbeitbarkeitgut zu bearbeiten

Erle ist ein weiches bis mittelhartes, gleichmäßiges heimisches Laubholz mit einer Besonderheit: Frisch geschnitten verfärbt sie sich durch Luftkontakt von hell nach orange-rot. An der Luft ist sie nicht dauerhaft, <strong>unter Wasser jedoch nahezu unbegrenzt haltbar</strong> — ein großer Teil Venedigs steht auf Erlenpfählen. Im Möbelbau wird sie für günstige, gleichmäßige Flächen und als Blindholz genutzt, im Instrumentenbau für E-Gitarren-Korpusse.

Eigenschaften & technische Daten

Erle ist mit einer Brinell-Härte um 17 N/mm² und einer Rohdichte um 510 kg/m³ ein weiches bis mittelhartes, leichtes Laubholz. Sie schwindet gering und ist gut zu bearbeiten. An der Luft ist sie nicht dauerhaft (Klasse 5), im ständig nassen Zustand dagegen außergewöhnlich beständig — daher der historische Einsatz als Gründungspfahl im Wasserbau. Die Struktur ist fein und gleichmäßig, ohne ausgeprägte Maserung.

Steckbrief Erle — technische Kerndaten. Brinell-Härte n. DIN EN 1534, Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350, Druck-/Biegefestigkeit als Richtwerte aus Tabellenwerk/Literatur (darrtrocken).
Botanischer NameAlnus glutinosa (Schwarzerle)
HolzartLaubholz (heimisch)
Brinell-Härte17 N/mm²
Rohdichte (darrtrocken)≈ 510 kg/m³
Druckfestigkeit ∥ Faser≈ 45 N/mm²
Biegefestigkeit≈ 85 N/mm²
Dauerhaftigkeit (DIN EN 350)Klasse 5 — nicht dauerhaft (an Luft)
Schwindverhaltengering
Außeneignungnur innen
Farbefrisch geschnitten orange-rot, später rötlich-braun
Preis (Schnittholz)€€ mittel

Aussehen & Maserung

Frisch geschnitten ist Erle hell, läuft an der Luft aber rasch orange-rot an und beruhigt sich später zu einem warmen rötlich-braunen Ton. Die Maserung ist fein und ruhig; die typischen kleinen „Markflecken" sind charakteristisch. Wegen der gleichmäßigen Farbe lässt sie sich gut beizen und imitiert dann edlere Hölzer wie Kirsche oder Nussbaum.

Typische Verwendung

Erle ist ein verbreitetes, günstiges Möbelholz für gleichmäßige Flächen, Korpusse und als verdecktes Blindholz. Sie lässt sich gut drechseln und schälen (Sperrholz). Im Wasserbau hat sie historische Bedeutung als Pfahlholz. Berühmt ist sie als Tonholz für E-Gitarren-Korpusse (z. B. Fender). Erlenspäne dienen außerdem zum Räuchern von Fisch.

MöbelSperrholzDrechselnBlindholzRäuchern (Späne)E-Gitarren-Korpus

Bearbeitung & Vorbohren

Erle ist weich und gleichmäßig — sie sägt, hobelt, drechselt und schält sich sehr sauber. Sie nimmt Beize besonders gut und gleichmäßig an, weshalb sie gern als Imitat teurerer Hölzer gebeizt wird. Vorbohren an Kanten. Wegen der Weichheit zeichnen sich Druckstellen ab; mit scharfem Werkzeug arbeiten.

Pflege & Schutz

Innen wird Erle geölt, gewachst, lackiert oder gebeizt. Sie ist pflegeleicht, aber druckempfindlich — eine Versiegelung schützt. Für den dauerhaften Außeneinsatz an der Luft ist sie ungeeignet; nur im ständig nassen Bereich ist sie beständig. Oberflächenmittel nennt der Lack-Berater.

Passende Befestigung

Schraube

Innen genügt verzinkter Stahl. Vorbohren an Kanten, da das weiche Holz spalten kann. Für Sichtflächen Edelstahl A2. Wegen der Druckempfindlichkeit Schraubenköpfe sauber versenken.

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Preis & Verfügbarkeit

Erle liegt im mittleren Preissegment (€€) und ist als heimisches Holz gut verfügbar — als Massivholz, Leimholz und Sperrholz. Wegen der guten Beizbarkeit ist sie ein wirtschaftlicher Ersatz für teurere Edellaubhölzer in der Möbelfertigung.

Herkunft, Wuchs & Nachhaltigkeit

Die Schwarzerle (Alnus glutinosa) wächst in ganz Europa an Bach- und Flussufern und in feuchten Auen. Sie ist anspruchslos, wächst schnell und ist als heimisches Holz gut und günstig verfügbar. Forstlich spielt sie eine kleinere, aber stabile Rolle; ökologisch ist sie als heimische Feuchtgebietsart unproblematisch und wichtig für die Uferstabilisierung.

Im Vergleich zu ähnlichen Hölzern

Erle wird oft als günstiger Ersatz teurerer Hölzer gebeizt — sie ahmt Kirsche, Nussbaum oder Mahagoni überzeugend nach. In der Härte ähnelt sie der Birke, ist aber gleichmäßiger zu beizen. Als Tonholz für E-Gitarren konkurriert sie mit Esche und Linde. Ihre Wasserfestigkeit im Dauernassen ist eine Besonderheit, die kein anderes heimisches Möbelholz bietet. Außen an der Luft ist sie dagegen schwach — dort zu Eiche oder Lärche wechseln. Fazit: Erle ist das gleichmäßige, gut beizbare Möbel- und Tonholz mit der kuriosen Stärke unter Wasser.

Vor- & Nachteile

Vorteile
  • Gleichmäßig, gut beizbar (Edelholz-Imitat)
  • Unter Wasser nahezu unbegrenzt haltbar
  • Leicht und gut zu bearbeiten
  • Heimisch und günstig
Nachteile
  • An der Luft nicht dauerhaft (Klasse 5)
  • Weich, druckempfindlich
  • Unauffällige Maserung
  • Verfärbt sich frisch geschnitten
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Häufige Fragen

Warum läuft frische Erle rot an?

Beim Schnitt reagieren Inhaltsstoffe mit Luftsauerstoff — das helle Holz verfärbt sich rasch orange-rot und beruhigt sich später zu rötlich-braun. Das ist normal und kein Mangel.

Ist Erle wasserfest?

An der Luft nicht (Klasse 5), aber im ständig nassen Zustand außergewöhnlich beständig. Deshalb wurde Erle historisch als Gründungspfahl im Wasserbau verwendet — etwa unter Venedig.

Warum nimmt man Erle für E-Gitarren?

Erle ist leicht, gleichmäßig und klanglich ausgewogen — ein klassisches Tonholz für massive E-Gitarren-Korpusse, bekannt durch Fender-Modelle.

Kann man mit Erle teurere Hölzer imitieren?

Ja, durch die gleichmäßige Struktur lässt sich Erle sehr gut und gleichmäßig beizen und ahmt dann Kirsche, Nussbaum oder Mahagoni nach — ein günstiges Möbelholz.

Ist Erle für draußen geeignet?

Nur im ständig nassen Bereich. An der Luft (Wechselfeuchte) fault sie schnell — für normale Außenanwendungen Eiche, Lärche oder Robinie wählen.

Wofür sind Erlenspäne?

Erlenspäne und -mehl sind ein beliebtes Räuchermaterial, vor allem für Fisch (Forelle, Lachs), dem sie ein mildes, leicht süßliches Aroma geben.

Quellen: Brinell-Härte n. DIN EN 1534 · Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350 · Rohdichte aus Literatur & Herstellerangaben. Stand 06/2026.