Bambus

Gras (Süßgras) Außen bedingt

Phyllostachys / Bambusoideae

Holzmaserung Bambus
Härte40 N/mm²
Witterung außenaußen bedingt
Preis€€ mittel
Bearbeitbarkeitvorbohren nötig

Bambus ist botanisch kein Holz, sondern ein verholztes Süßgras — wird aber als Plattenwerkstoff und Parkett wie Hartholz verarbeitet und gehandelt. Verpresste Bambuslamellen ergeben einen sehr harten, formstabilen Werkstoff. Bambus wächst extrem schnell nach und gilt deshalb als besonders nachhaltige Alternative zu Tropenholz — sofern er ohne lange Transportwege und Schadstoffe verarbeitet wird.

Eigenschaften & technische Daten

Als Plattenwerkstoff (verpresste Lamellen) erreicht Bambus eine Brinell-Härte um 40 N/mm² und liegt damit auf dem Niveau sehr harter Laubhölzer — entsprechend abriebfest ist Bambusparkett. Die Rohdichte liegt um 700 kg/m³. Massiver Bambushalm ist hohl und faserig; für Parkett und Möbel werden die Lamellen längs verleimt („horizontal"/„vertikal") oder zu „strand woven" Bambus verpresst, der besonders hart ist. Die Dauerhaftigkeit hängt stark von der Behandlung ab; thermisch behandelter Bambus ist dunkler und etwas widerstandsfähiger.

Steckbrief Bambus — technische Kerndaten. Brinell-Härte n. DIN EN 1534, Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350, Druck-/Biegefestigkeit als Richtwerte aus Tabellenwerk/Literatur (darrtrocken).
Botanischer NamePhyllostachys / Bambusoideae
HolzartGras (Süßgras)
Brinell-Härte40 N/mm²
Rohdichte (darrtrocken)≈ 700 kg/m³
Druckfestigkeit ∥ Faser≈ 50 N/mm²
Biegefestigkeit≈ 110 N/mm²
Dauerhaftigkeit (DIN EN 350)Klasse 3–4 (behandelt) — mäßig
Schwindverhaltenmäßig
Außeneignungaußen bedingt
Farbehell strohgelb bis karamell
Preis (Schnittholz)€€ mittel

Aussehen & Maserung

Bambus ist hell strohgelb; thermisch behandelt („karbonisiert") wird er karamell- bis bernsteinfarben. Charakteristisch sind die regelmäßigen Knoten (Nodien) der Halme, die im Lamellenbild als feine Querstriche sichtbar bleiben. Das ruhige, lineare Muster wirkt modern und passt gut zu skandinavischem und asiatisch inspiriertem Stil.

Typische Verwendung

Bambus ist als Parkett und Arbeitsplatte sehr beliebt — hart, abriebfest und optisch eigenständig. Auch Möbel, Furniere, Sichtschutzelemente und (bei entsprechender Behandlung) Terrassendielen werden aus verpresstem Bambus gefertigt. Massive Halme dienen als Rankhilfe und Gestaltungselement im Garten.

ParkettMöbelArbeitsplattenTerrassendielenSichtschutzFurnier

Bearbeitung & Vorbohren

Verpresster Bambus ist hart und stumpft Werkzeuge schneller ab — scharfe Hartmetall-Bestückung nutzen. Vorbohren und versenken, da das Material spröde reißen kann. Lamellenplatten lassen sich wie Hartholz sägen und fräsen; an Schnittkanten können einzelne Fasern ausbrechen. Massive Halme reißen beim Bohren leicht — langsam und mit Unterlage arbeiten.

Pflege & Schutz

Bambusparkett und -arbeitsplatten werden geölt oder lackiert wie Holz; geölte Flächen lassen sich partiell ausbessern. Bambus reagiert auf starke Feuchteschwankungen mit Quellen — konstantes Raumklima halten. Für außen nur ausdrücklich außentauglich behandelten Bambus verwenden und regelmäßig nachölen. Produkte zeigt der Lack-Berater.

Passende Befestigung

Schraube

Hart und etwas spröde: vorbohren und ansenken ist Pflicht, sonst reißt das Material. Innen genügt verzinkter Stahl, außen Edelstahl A2/A4. Bei massiven Halmen kleine Durchmesser wählen und langsam schrauben, damit der Halm nicht aufspaltet.

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Preis & Verfügbarkeit

Bambus liegt im mittleren Preissegment (€€) und ist als Parkett, Platte und Arbeitsplatte gut verfügbar. „Strand woven"-Bambus (besonders hart) und thermisch behandelte Varianten kosten etwas mehr. Wegen des schnellen Nachwachsens gilt Bambus als günstiger, nachhaltiger Hartholz-Ersatz — auf schadstoffarme Verleimung und kurze Transportwege achten.

Herkunft, Wuchs & Nachhaltigkeit

Bambus (v. a. Phyllostachys edulis, „Moso") stammt aus Asien, vor allem China. Als Süßgras wächst er extrem schnell — erntereif in 4–6 Jahren statt Jahrzehnten — und bindet viel CO₂, was ihn ökologisch attraktiv macht. Die Bilanz hängt aber an der Verarbeitung: lange Transportwege aus Asien und die zur Plattenherstellung nötigen Klebstoffe. Auf schadstoffarme Verleimung achten.

Im Vergleich zu ähnlichen Hölzern

Als hartes Parkett konkurriert Bambus direkt mit Eiche und Ahorn: Bambus ist härter und nachhaltiger im Nachwuchs, Eiche dauerhafter und reparaturfreundlicher, Ahorn heller und feiner. Optisch ist Bambus mit seinem linearen Lamellenbild eigenständig. Als Terrassenmaterial steht er gegen Lärche und Robinie — dort nur in ausdrücklich außentauglicher Ausführung. Botanisch ist Bambus kein Holz, sondern Gras. Fazit: Bambus ist die harte, schnell nachwachsende Alternative für Parkett — bei Dauerhaftigkeit und Reparatur liegen klassische Hölzer vorn.

Vor- & Nachteile

Vorteile
  • Sehr hart und abriebfest (Parkett)
  • Wächst extrem schnell nach — nachhaltig
  • Modernes, eigenständiges Muster
  • Günstiger Hartholz-Ersatz
Nachteile
  • Botanisch Gras, kein Holz
  • Feuchteempfindlich, kann quellen
  • Spröde — vorbohren nötig
  • Dauerhaftigkeit stark behandlungsabhängig
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Häufige Fragen

Ist Bambus ein Holz?

Botanisch nein — Bambus ist ein verholztes Süßgras. Als verpresster Lamellenwerkstoff wird er aber wie Hartholz verarbeitet und im Handel als Holzalternative geführt.

Wie hart ist Bambusparkett?

Verpresster Bambus erreicht rund 40 N/mm² Brinell-Härte und liegt damit auf dem Niveau sehr harter Laubhölzer — abriebfester als Eiche. „Strand woven"-Bambus ist noch härter.

Ist Bambus nachhaltig?

Bambus wächst extrem schnell nach und bindet viel CO₂, was ihn ökologisch attraktiv macht. Entscheidend sind aber kurze Transportwege und eine schadstoffarme Verleimung — darauf beim Kauf achten.

Ist Bambus für draußen geeignet?

Nur ausdrücklich außentauglich behandelter Bambus (z. B. thermisch modifiziert, „strand woven"). Unbehandelt ist die Dauerhaftigkeit gering; Terrassendielen regelmäßig ölen.

Quillt Bambus bei Feuchtigkeit?

Ja, Bambus reagiert empfindlich auf Feuchteschwankungen. In Innenräumen ein konstantes Klima halten; in Bad und Küche auf wasserfeste Versiegelung achten.

Bambus oder Eiche als Parkett?

Bambus ist härter und nachhaltiger im Nachwuchs, Eiche dauerhafter und reparaturfreundlicher. Optisch sind sie verschieden — Bambus linear-modern, Eiche markant gemasert.

Quellen: Brinell-Härte n. DIN EN 1534 · Dauerhaftigkeit n. DIN EN 350 · Rohdichte aus Literatur & Herstellerangaben. Stand 06/2026.