Anzugsdrehmoment-Rechner

Gewinde, Festigkeitsklasse und Reibung wählen — der Rechner nennt das empfohlene Anziehdrehmoment in Nm (Richtwert für metrisches Regelgewinde nach Tabellenwerk).

Empfohlenes Anziehdrehmoment
Nm
M8 · Klasse 10.9 · µ ≈ 0,14
! Richtwert für metrisches Regelgewinde bei der gewählten Reibung. Für tragende, sicherheitsrelevante oder dynamisch belastete Verbindungen gelten die Hersteller- bzw. Konstruktionsvorgaben (z. B. nach VDI 2230) — im Zweifel Fachplanung. Mit einem Drehmomentschlüssel anziehen.

So funktioniert der Rechner

Der Rechner nutzt etablierte Tabellenwerte für das Anziehdrehmoment metrischer Schrauben mit Regelgewinde bei einer Gesamtreibungszahl von µ ≈ 0,14 (leicht geölt, der übliche Standardfall). Aus Gewinde und Festigkeitsklasse ergibt sich der Grundwert; die Reibung passt ihn an: geschmierte oder beschichtete Schrauben brauchen weniger Drehmoment für dieselbe Vorspannung, trockene mehr. Die Reibungsfaktoren sind Näherungen — für eine exakte Auslegung ist die jeweilige Reibungszahl maßgeblich.

Warum die Reibung so wichtig ist

Beim Anziehen wird der größte Teil des Drehmoments durch Reibung im Gewinde und unter dem Schraubenkopf aufgezehrt — nur etwa 10–15 % erzeugen die eigentliche Vorspannkraft. Ändert sich die Reibung (Schmierung, Beschichtung, Verschmutzung), ändert sich bei gleichem Drehmoment die Vorspannung erheblich. Deshalb ist die Angabe einer Reibungszahl untrennbar mit jedem Drehmomentwert verbunden. Wer ohne bekannte Reibung anzieht, riskiert eine zu geringe oder eine die Schraube überdehnende Vorspannung.

Richtig anziehen

Stelle den Drehmomentschlüssel auf den Sollwert ein und ziehe gleichmäßig und ruckfrei bis zum „Klick" an — danach nicht weiter nachziehen. Bei mehreren Schrauben (Flansche, Deckel) über Kreuz und in mehreren Stufen (z. B. 50 %, dann 100 %) anziehen, damit sich die Last gleichmäßig verteilt. Die Festigkeitsklasse steht auf dem Schraubenkopf; die passende Schraube zum Material findest du im Schrauben-Finder, Größen in der Schraubengrößen-Tabelle.

Häufige Fragen

Was ist das Anzugsdrehmoment?

Das Anzugs- oder Anziehdrehmoment ist die Kraft (in Newtonmeter, Nm), mit der eine Schraube angezogen wird. Es erzeugt die Vorspannkraft, die die Verbindung zusammenhält. Zu wenig hält nicht, zu viel überdehnt oder reißt die Schraube.

Warum spielt die Reibung eine so große Rolle?

Ein Großteil des aufgebrachten Drehmoments wird von der Reibung im Gewinde und unter dem Kopf „verbraucht" — nur ein kleiner Teil wird zur Vorspannung. Deshalb ändert sich das nötige Drehmoment stark mit der Reibungszahl µ: geschmiert braucht es weniger, trocken mehr.

Was bedeutet die Festigkeitsklasse (8.8 / 10.9 / 12.9)?

Die Zahl gibt die Zugfestigkeit und Streckgrenze an: 8.8 = 800 N/mm² Zugfestigkeit, Streckgrenze 80 %. Höhere Klassen (10.9, 12.9) sind fester und vertragen mehr Vorspannung — daher das höhere Anzugsdrehmoment.

Sind die Werte verbindlich?

Nein — es sind Richtwerte für metrisches Regelgewinde bei angenommener Reibung. Für tragende, sicherheitsrelevante oder dynamisch belastete Verbindungen gelten die Hersteller-/Konstruktionsvorgaben (z. B. nach VDI 2230). Im Zweifel Fachplanung.

Wie ziehe ich richtig an?

Mit einem Drehmomentschlüssel auf den Sollwert eingestellt, gleichmäßig und ruckfrei bis zum „Klick" anziehen — nicht nachziehen. Bei mehreren Schrauben über Kreuz und in Stufen anziehen.

Richtwerte für metrisches Regelgewinde nach gängigem Tabellenwerk (VDI 2230 / Herstellerangaben), µ-Faktoren als Näherung · ohne Gewähr.